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Da sein für Gott und die Menschen

Ordenschristen beschäftigen sich mit Kirchenentwicklung
Da sein für Gott und die Menschen
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© Bistum Limburg

Der neue Limburger Regens und Bischofsvikar für Kirchenentwicklung, Christof May, hat 140 Ordensleute im Bistum Limburg dazu aufgerufen, sich selbstbewusst der Gegenwart zu stellen und den Blick für Menschen zu weiten, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. „Jesus Christus hat gerade die im Blick, die auf der Schattenseite des Lebens stehen – als seine Jüngerinnen und Jünger sind Sie berufen, den Blick zu weiten“, sagte May beim Tag der Orden in der Limburger Kreuzwoche am 14. September, am Fest der Kreuzerhöhung. An dem Thementag beschäftigten sich die Ordensleute aus 35 unterschiedlichen Gemeinschaften und Orden mit dem Thema Kirchenentwicklung. Mit Impulsen und Workshops gingen sie der Frage nach, welchen Beitrag die Ordenschristen für den bistumsweiten Prozess geben können.

May warnte davor, sich in eine verklärte Vergangenheit, in der alles besser gewesen sei, oder in eine utopische Zukunft zu flüchten. „Wir leben nicht vor 50 Jahren und wir leben nicht an Traumorten, sondern in der Gegenwart Gottes, im Hier und Heute!“, sagte der Theologe. Statt zu fliehen, gelte es sich der Gegenwart zu stellen“, sagte der Theologe. Gerade in den Brüchen des Lebens könne Gott erfahrbar werden. „Dort, wo das Leben in seinen Selbstverständlichkeiten aufgebrochen wird, wird Gottes Gegenwart erkennbar“, so May.

Kirche darf nicht um sich selbst kreisen

Langfristige kirchliche Trends wie schwindende Mitgliederzahlen sowie aktuelle Skandale um den Missbrauch in der Kirche zeigten, dass für viele Menschen Kirche nicht mehr zum Leben dazugehört. Kirche sei nicht mehr selbstverständlich, sie werde mehr und mehr hinterfragt und so manches Machtbegehren werde aufgebrochen. Kirche dürfe aber nicht länger um sich selbst kreisen und nur das eigene Überleben im Blick haben. Sie sei verpflichtet wie Jesus Christus jene in den Blick nehmen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Darin liege auch eine Chance, wieder einen Stellenwert im Leben der Menschen zu erhalten. Dabei erinnerte May auch an das Bild von Papst Franziskus von einer „verbeulten“ Kirche. „Vielleicht braucht es diese Beulen und diese Brüche, damit wir wieder wesentlich werden, auf ihn schauen und damit gerade auch in der Annahme der Brüche durch unser Sein Gott sichtbar wird.“

Für May heiße Kirchenentwicklung nicht, alles neu zu erfinden, sondern vor allem da zu sein. „Da sein in der Anbetung vor Gott. Da sein in der Betrachtung der heiligen Schrift. Da sein in der Feier der Sakramente. Da sein in der Begleitung der Menschen.“ Diese Präsenz dürfe aber nicht das Ziel haben, Kirchenbänke wieder zu füllen, sondern müsse absichtslos und bescheiden sein. Als konkrete Möglichkeiten nannte May Besuche bei den Menschen zuhause, etwa im Rahmen der Firm- und Kommunionvorbereitung oder nach Hochzeiten, sowie Besuche in Einrichtungen wie Schulen.

Orden haben für Gesamtkirche wichtige Rolle

Birgit Henseler und Jacqueline Schlesinger, Mitglieder im Team der Kirchenentwicklung, gingen in einem Impuls auf die drei Begriffe Kirche, Charismen und Orden ein. Sie unterstrichen dabei die besondere Rolle der Orden für die Entwicklung der Kirchen. „Oft haben gerade die Ordensgründerinnen und Ordensgründer gezeigt, dass Kirche starr geworden ist“, sagte Schlesinger. Sie bat die Ordenschristen darum, die individuellen Charismen als auch die Charismen der Gemeinschaften in die Entwicklung einzubringen. „Sie können als Orden der großen Kirche nochmal Impulse geben“, so Schlesinger. Die Gemeinschaften könnten einen Beitrag zu einer größeren Aufmerksamkeit für Berufungen leisten, als auch das Bewusstsein für eine sich an Charismen orientierenden Kirche fördern. „Orden sind Korrektive und eine Art Schocktherapie“, zitierte Schlesinger den Theologen Johann Baptist Metz. „Seien Sie diejenigen, die mit Schocktherapie in die Kirche wirken.“

Weihbischof Thomas Löhr, Bischofsvikar für die Orden und geistlichen Gemeinschaften im Bistum, dankte den Ordenschristen für ihr Glaubenszeugnis und ihre Präsenz im Bistum. Die Tradition des Ordensleben im Bistum sei älter als das Bistum selbst. „Jeder Gemeinschaft lebt ihr besonderes Charisma“, sagte Löhr. Die große Vielfalt der Ordensgemeinschaften spiegelten so auch die Vielfalt der Geistesgaben wider. „Das Wehen des Geistes ist ein anderer Name für Kirchenentwicklung. Das Wehen des Geistes ist der biblische Name für Kirchenentwicklung“, betonte der Weihbischof.

© Bistum Limburg
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© Joachim Metzner
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© JOACHIM METZNER
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